Bildstöcke und Flurkreuze in Reiterswiesen

 

Der Kreuzschlepper
Der wohl beeindruckendste Kreuzschlepper steht, schon von weitem sichtbar, am Waldstück Eiches, nahe der Straße von Reiterswiesen nach Eltingshausen. Nach der Restauration von Bildhauer Bauer aus Aschach wurde der Kreuzschlepper aus Sandstein 1975 25m östlich von seinem alten Standort auf einem Betonfundament erneut errichtet. Der 97 cm hohe, mehrfach getreppte Sockel wird durch einen Blätterkranz geschmückt, der gleichzeitig die Umrahmung für folgende Inschrift bildet:  In der Sterbematrikel (matricula defunctorum) ist zu lesen: 1721 Januarius 27 obiit eximproviso, improvisus Joannes Mauter, aetatis ann. circ. 64 praetor, a fissione querci circa genitalia graviter vulneratus. Durch diese Eintragung läßt sich schließen, dass er den Unfall zwei Tage überlebt hat. Die 138 cm hohe Rundsäule verjüngt sich leicht nach oben. Das Kapitell ist links und rechts durch eine Volute verziert. Das darauf folgende Zwischenstück, das mit Akanthus geschmückt ist, schildert auf der Vorderseite den Unfall, wie ein Baum auf einen Mann niederstürzt. Der kreuztragende Heiland richtet sich zu einer Höhe von 80cm auf. Somit erreicht das Denkmal eine Gesamthöhe von 350cm. Bei den älteren Dorfbewohnern hat sich folgende Sage gebildet: „Ein Bauer von Reiterswiesen hatte schon lange den Meßwein für da Kirchlein geliefert, dafür aber keine Bezahlung bekommen. Er dachte nun, sich selber auf gute Art bezahlt zu machen. Es kam ein Feiertag, an dem im Dorfe eine Prozession stattfand. Die ganze Gemeinde nahm frommen Anteil. Das kam dem Bauern sehr gelegen. Er konnte unbeobachtet die Eiche, die er schon lange im Gemeindewald ausgesucht hatte, fällen. Die Glocken läuteten, aber der Bauer schlug mit der Axt kräftig an die Eiche. Unvermutet fiel sie und schlug ihn tot.