Bildstöcke und Flurkreuze in Reiterswiesen

 

Ein weiterer Kreuzschlepper aus Sandstein ist in die Hofmauer des Anwesens Flurstrasse Nr. 8 eingelassen. Sockel und Säule sind hier überflüssig geworden, da die Mauer die Funktion dieser Bauteile übernommen hat. Die 130 cm breite, kreuzschleppende Freifigur richtet sich insgesamt zu einer Höhe von 120 cm auf. Außer der Jahreszahl 1872, die auf der Rückseite des flachen Sockels eingemeißelt ist, trägt dieses Kunstwerk keine Inschrift. Eine Rechnung, die bei den Besitzern einzusehen ist, hat folgenden Text: „Unterm Heutigen zahlte mir Johann Adolf Kiesel 50 Gulden für einen gefertigten Kreuzschlepper baar und richtig. Worüber dankend bescheint Nüdlingen den 21.5.1873, Ferdinand Hümler Bildhauer.“ Diese Rechnung gibt also sowohl Aufschluss über den Stifter als auch über den Bildhauer. Der Unterschied von einem Jahr auf Sockel und Rechnung, läßt sich wahrscheinlich darauf zurückführen, dass das Ereignis, aufgrund dessen der Kreuzschlepper gestiftet wurde, 1872 war. Wenn man bedenkt, dass ein Ei ungefähr einen Pfennig gekostet hat, sind die Kosten für das Denkmal für damalige Verhältnisse recht hoch gewesen (ein Gulden entspricht 168 Pfennige).