Bildstöcke und Flurkreuze in Reiterswiesen

 

Altarbildstöcke sind meistens Halltepunkte für Prozessionen oder Umgänge im Dorf. Selten sind sie, wie in Reiterswiesen, als Einzeldenkmale zu betrachten. Dieser einzelne Bildstock steht in Reiterswiesen an der Kissinger Straße zwischen Haus Nr. 72 und 74. Es scheint, dass der Bildhauer seine ganze Phantasie bei diesem kleinen Kunstwerk hat spielen lassen, denn im ganzen Landkreis wird man denselben Bildstock kein zweites Mal mehr finden. Der Tischsockel trägt die von der Kartusche (barocker Ornamentrahmen für Inschriften) umrahmte Inschrift „Steyd hochgelobt ihr Märtyrer Ihr 14 Heiligen an der Zahl Die ehemals sind erschienen auf dem Berg zu Frankenthal Errichtet im Jahr 1837“. Auf der Bildfläche sind die 14 Nothelfer dargestellt. Den Baldachin über dem Bildrelief halten zwei Putten (kleine, nackte, oft geflügelte Knaben). Der gesamte Aufbau wird vom heiligen Georg, dem Namenspatron der Stifter, bekrönt. Auf den seitlich ausschwingenden Voluten (schneckenförmige Spiralverzierung) befinden sich zwei Franziskanermönche, wovon der eine mit Sicherheit der heilige Antonius von Padua ist. Auf der Rückseite sind die Stifter Georg Greubel, dessen Ehefrau und Vater angegeben.