,,Das Reiterswiesener Rathaus in der Kissinger Straße 44 ist ein Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoß von 1703 es steht an markanter Stelle an einer Straßenkreuzung in der Ortsmitte und bildet mit dem Nachbarhaus Nr. 42 zusammen eine kleine historische Insel. Im Fachwerkobergeschoß dominieren die Mannfiguren; die Hauptschauseite ist durch geschnitzte Eckständer und durch die Zierform der durchkreuzten Raute im Giebel hervorgehoben.“ So kann man es in der Denkmaltopographie der Großen Kreisstadt Bad Kissingen nachlesen.

Unser ehemaliges Rathaus ist wirklich ein interessantes Bauwerk und schön anzusehen, ein Schmuckkästchen in unserem Ortsbild.

Über die Entstehung und die Geschichte des Baues wissen wir nur sehr wenig. Nur der Umstand, dass die Jahreszahl 1703 Über einem Eckständer eingeschnitzt ist ermöglicht uns, in diesem Jahr 2003 das 300-jährige Bestehen zu feiern.
  

Es gibt keine Urkunde, keine Rechnungen oder eine sonstige schriftliche Nachricht aus der Bauzeit, Erst um 1742 lesen wir in einem Zinsbuch das Schul- und Rathaus; so edessen eine alte Mauer und dem Bibra`schen Hofbauern  gehöret, aber an die Gemeinde vertauscht gegen 5 3/4 Morgen und 15 Gerten Arthfeld (am Sigmuntstück) oder dem Rannunger Weg an der Kissinger Straß, (heute Straße zum ehemaligen Flugplatz und Truppenübungsplatz) mithin gehören solche Gebäude zur Wohnung des Schullehrers und der Potstuben.“

Auch 1791 lesen wir wieder einen Eintrag im Neurenovierten Lehnbuch über alle Güter, so der Gemeinde zu Reiterswiesen allein lehnbar sind und mit Zins und Handlohnrecht von 20 und 1 Gulden, die der Gemeinde eigentlich zu gehören laut des Lehnbuches 1600, weIches in der neuen Messung 1742 verfasset und mit dem darauf geschlagenen Zins wie folgt in Ordnung zu finden ist. Geschrieben und bestens verfertiget von mir Johannes Greubel unter dem damahligen Herrn Schultheisen Adam Weisensee, beyde z u Reiterswiesen wohnhaft Anno 1791

“Altes Rathaus” in Reiterswiesen